Betrugsfall Salamander und New Haven

Untreue, gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche sowie über 20 Millionen Franken Schaden – Das sind die Ergebnisse und die Überreste im Liechtensteiner Betrugsfall um den Treuhänder Mario Staggl.



Salamander Treuhand AG ist der Name der von Mario Staggl in Zürich geführten Treuhandgesellschaft. New Haven Treuhandgesellschaft AG nannte er sein Liechtensteiner Treuunternehmen. Beide Gesellschaften dienten ihm aber letztlich nur zu illegalen Zwecken. Über viele Jahre wurden Kundengelder, welcher für die Verwaltung in den beiden Gesellschaften gedacht waren, von Staggl für sein privates Luxusleben verwendet.


Bemerkenswert dabei ist, dass Mario Staggl mit Salamander und New Haven nicht zum ersten Mal negativ in Erscheinung trat. Vor allem in der Schweiz ist der UBS-Steuerskandal rund um – den späteren Whistleblower - Bradley Birkenfeld in den USA in der Finanzwelt noch gut erinnerlich. Zusammenfassend ging es in dem amerikanischen Strafverfahren um die Frage, ob die Grossbank UBS oder nur der Banker Birkenfeld aktiv an der Steuerhinterziehung des Milliardärs Igor Olenicoff beteiligt waren. Die US-Bundesanwaltschaft warf aber nicht nur Birkenfeld sondern auch Mario Staggl vor, dem Steuersünder Olenicoff empfohlen zu haben, seine Vermögenswerte nach Liechtenstein zu transferieren um vom Bankgeheimnis profitieren zu können. Mario Staggl unterstützte offenbar Birkenfeld bei der Errichtung von Scheinstrukturen und Briefkastenfirmen für Olenicoff um dessen Vermögen vor den amerikanischen Steuerbehörden zu verheimlichen.


Im mittlerweile rechtskräftig entschiedenen Betrugsfall New Haven, hat Mario Staggl ohne Kenntnis seiner Kunden, Millionenbeträge auf seine privaten Vermögensstrukturen und Konten überwiesen. Ähnlich wie im Betrugsfall von Harry Gstöhl, genoss auch Staggl das volle Vertrauen seiner Kunden und hatte somit die nahezu uneingeschränkte Kontrolle über deren Vermögenswerte. Dabei ging er sogar so weit, eigene Kredite mit Wertpapierkonten seiner Kunden zu besichern.


Mit dem Vermögen seiner Kunden leistete sich Staggl ein luxuriöses Privatleben mit Sportwagen, zahlreichen Ferienimmobilien und sogar einer eigenen Szene-Bar in Vaduz, deren Rechnungen teils direkt aus dem Treuhandvermögen bezahlt wurden. Als schillernde Figur lebte der Treuhänder ein sorgenfreies Leben in Liechtenstein, bis der Betrugsskandal durch eine Anzeige eines ehemaligen Mitarbeiters aufflog.


Vergleichbar mit anderen Betrugsfällen begann damit für die Geschädigten eine jahrelange und aufwändige Suche nach den veruntreuten Vermögenswerten. Zahlreiche Vermögenswerte wurden von Staggl auf eine Liechtensteiner Stiftung transferiert, welche den Zugriff durch seine Gläubiger und die Strafverfolgungsbehörden erheblich erschwert.