Dieter Behring, der umfangreichste Schweizer Betrugsfall

Dieter Behring betrieb von 1998 bis 2006 ein Anlagehandelsystem, welches sich als SchneelbalIsystem entpuppte. Insgesamt flossen Kundengelder in der Höhe von CHF 1.2 Mrd. in das Schneeballsystem von Dieter Gehring, wobei schätzungsweise ein finanzieller Schaden von CHF 800 Mio. verursacht wurde. Dieter Behring wurde am 30. September 2016 durch das Bundesstrafgericht in Bellinzona wegen gewerbsmässigem Betrug zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Die dagegen erhobene Beschwerde hat das Bundesgericht vollumfänglich abgewiesen (vgl. BGer 6B_28/2018 des Bundesgerichts vom 07.08.2018). Am 05.03.2019 ist Dieter Behring verstorben und hinterlässt hunderte geschädigte Anleger.

Dieter Behring baute in den 90er Jahren ein umfangreiches Schneeballsystem auf. Wie bei so manchen Betrugsgeschichten versprach auch Dieter Behring hohe Renditen bei geringem Risiko. Hierzu vermarktete er ein computergestütztes Anlagesystem, welches sich aber als inexistent entpuppte. Mit seinem Schneeballsystem hat Dieter Behring zahlreiche Anleger geprellt, vom kleinen Anleger bis zum Unternehmer.


Das Strafverfahren gegen Dieter Behring zog sich stark in die Länge. Dies auch deshalb, weil er so oft wie möglich gegen Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft Beschwerde führte. Das Bundesgericht musste sich bereits vor dem eigentlichen Prozess rund ein dutzend Mal mit seinem Fall befassen.


Aufgrund der Komplexität und der Verzögerungstaktik von Dieter Behring konnte die Bundesanwaltschaft Dieter Behring für die Betrugshandlungen vor 2001 nicht mehr belangen. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte Dieter Behring schliesslich für strafrechtlich relevantes Verhalten in den Jahren 2001 bis 2004.


Dieter Behring hätte Anfangs 2019 seine fünfeinhalb Jahre dauernde Haftstrafe antreten müssen, konnte den Haftantritt aber aus medizinischen Gründen aufschieben. Am 05.03.2019 ist Dieter Behring schliesslich verstorben und hinterlässt eine grosse Anzahl von geschädigten Anlegern.

"Das Bundesstrafgericht hat insgesamt 1189 Schadenersatzforderungen beurteilt und den Privatklägern rund CHF 207 Mio. Schadenersatz zugesprochen."

Am Strafverfahren haben sich mehrere hundert Privatkläger beteiligt und Forderungen im Umfang von CHF 420 Mio. geltend gemacht. Das Bundesstrafgericht hat insgesamt 1189 Schadenersatzforderungen beurteilt und den Privatklägern rund CHF 207 Mio. zugesprochen.


In über 373 Fällen verwies das Gericht auf den Zivilweg, zumal es an der Bezifferung mangelte oder die Kausalität nicht erstellt war. Forderungen im Umfang von rund CHF 213 Mio. wurden somit auf den Zivilweg verwiesen oder waren bereits verjährt. Auch die Eidgenossenschaft hatte eine gerichtlich zugesprochene Ersatzforderung von rund CHF 100 Mio. zugesprochen erhalten.


Die gegen das Urteil des Bundesstrafgericht erhobene Beschwerde von Dieter Behring wurde im 2018 vollumfänglich abgewiesen (Urteil 6B_28/2018 des Bundesgerichts vom 07.08.2018). Am 05.03.2019 ist Dieter Behring verstorben und hinterlässt hunderte geschädigte Anleger.