Active Asset Recovery

Unter Active Asset Recovery ist die Rückführung von rechtswidrig erlangten Vermögenswerten zu verstehen, wobei durch eine permanente Marktüberwachung geschädigte Parteien aktiv über rechtswidrige Handlungen, namentlich Straftaten, Vertragsverletzungen und unlauteres Marktverhalten informiert sowie über die Möglichkeiten der Vermögensrückführung orientiert werden.

 

Während die aktive Vermögensrückführung bei einzelnen Geschädigten auf einer individueller Basis erfolgt, können bei mehreren Geschädigten die Ansprüche gebündelt und kollektiv geltend gemacht werden. Eine aktive Vermögensrückführung ermöglicht somit die Durchsetzung von Ansprüchen, welche ansonsten infolge eines Informationsgefälle, aus Kostenüberlegungen oder aus anderen Gründen nicht geltend gemacht werden würden.

Als Grundlage für eine Asset Recovery können folgende Umstände dienen:

  • Betrug

  • Ungetreue Geschäftsbesorgung

  • Vertragsverletzung

  • Veruntreuung

  • Unlauterer Wettbewerb

  • Prospekthaftung

  • etc.

Asset Recovery Prozess

Identifikation

Identifikation

Identifikation

Identifizieren

Aktienbörse

1.

Identifizieren

Gewölbe

2.

Sicherstellen

Gericht

3.

Rückführen

Dollar-Scheine

4.

Vollstrecken

Schaden

Haftungssubstrat

Vermögen

Mehrwert

Identifizieren: Der Prozess der Vermögensrückführung beginnt mit der Identifikation eines schädigenden Verhaltens. Die aktive Vermögensrückführung geht von der Prämisse aus, dass durch eine permanente Marktüberwachung und konsequente Informationspolitik geschädigte Parteien von den Möglichkeiten der Vermögensrückführung Kenntnis erhalten und geschädigte Parteien zusammen finden, wodurch eine kollektive und effiziente Geltendmachung von Ansprüchen ermöglicht wird.

Sicherstellen: Die Sicherstellung von Haftungssubstrat kann durch eine Beschlagnahme erfolgen, welche eine Intervention der Staatsanwaltschaft voraussetzt. Ferner kann Haftungssubstrat in der Schweiz mittels eines Arrest einstweilen gesichert werden. Hierfür sind spezifische Voraussetzungen zu erfüllen, welche im Einzelfall geprüft werden müssen.

Rückführen: Die Vermögensrückführung bedingt in der Regel eine prozessuale Geltendmachung von vertraglichen oder ausservertraglichen Ansprüchen. Während bei einem strafrechtlich relevanten Verhalten Zivilansprüche adhäsionsweise im Strafverfahren geltend gemacht werden können, müssen bei einer Vertragsverletzung zivilrechtliche Schritte angestrengt werden. Inbesondere in zivilrechtlichen Streitigkeiten, bei welchen die streitgegenständlichen Rechtsfragen bereits höchstrichterlich geklärt wurden, bietet sich eine aussergerichtliche Lösung an.

Vollstrecken: Mit einer erfolgreichen Prozessführung in einem Zivilverfahren ist der Schaden aber noch nicht gedeckt. Zahlt der Schuldner nicht von sich aus, muss das Urteil auf dem Weg der Schuldbetreibung vollstreckt werden. Eine Vermögensrückführung ist nur dann erfolgreich, wenn im Zeitpunkt der Vollstreckung auch Haftungssubstrat vorhanden ist. Befindet sich das Haftungssubstrat im Ausland, muss das rechtskräftige Urteil im entsprechenden Staat anerkannt und vollstreckt werden. In einem Strafverfahren kann das Gericht die vom Verurteilten bezahlte Geldstrafe oder Busse, eingezogene Gegenstände und Vermögenswerte oder deren Verwertungserlös sowie Ersatzforderungen zu Gunsten der Geschädigten verwenden. Hierfür müssen die Ansprüche der Geschädigten an den Staat abgetreten werden.